Einschulung - Der allerschönste Tag

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SchwachSuper 
Geschrieben von Kyra Pfeifer

DinoBild gemalt von Lina Langanki

Inhaltsangabe:

Felix ist sich sicher: Heute wird er seinen allerschönsten Tag erleben. Doch dann kommt alles ganz anders als erträumt. Felix´ Geduld wird auf eine harte Probe gestellt. Ob es am Ende doch noch ein gelungener Tag wird?


Die ganze Geschichte:

„Heute ist der allerschönste Tag“, jubelt Felix gleich beim Aufstehen.

Felix wird nämlich eingeschult. Mit dem neuen Dinosaurier-Ranzen. Und einer riiiesigen Zuckertüte. Super! Schon seit Wochen fiebert Felix dem Tag entgegen. Heute ist es endlich soweit. Lachend hüpft Felix aus dem Bett. Er zieht den Rolladen hoch und erstarrt.

"Das kann doch nicht wahr sein! Draußen gießt es in Strömen. Und das am allerschönsten Tag?"

Da kommt Mama und gibt Felix einen Morgenkuß.

„Draußen regnet es“, sagt Felix verdattert.

„Ich weiß“, antwortet Mama. „Sicher hört es gleich auf.“

„Na klar. Du hast Recht“, strahlt Felix. Und spurtet ins Bad.

„Der Wasserboiler ist kaputt“, ruft Mama hinter ihm her. „ Es gibt nur kaltes Wasser.“

Doch Felix steht schon unter der Dusche.

„UUUahh“, kreischt er. Eiskalt läuft das Wasser an ihm herunter. „So eine Gemeinheit“, flucht Felix. „Eine kalte Dusche am allerschönsten Tag.“

Bibbernd kuschelt er sich ins warme Handtuch. Vom Waschen hat Felix erst mal genug.

„Zähne putze ich nach dem Frühstück“, beschließt er und angelt nach seinen Lieblingssachen. Klar, dass er die heute anzieht . An seinem Ehrentag. Schnell schlüpft Felix in sein cooles T-Shirt mit dem Dinosaurier und in seine neue Hose.

„Früüühstück ist feeertig“, ruft Mama.

„Klasse“. Felix flitzt ins Wohnzimmer. Bestimmt gibt es sein Lieblingsmüsli.

Mama und Papa sitzen schon am Frühstückstisch. Papa hat sich extra frei genommen. Um bei der Einschulungsfeier dabei zu sein.

„Heute gibt es kein Müsli. Sondern Brote“, sagt er. Die Milch ist sauer geworden.

„Waaas?“ Felix starrt Papa entgeistert an.

„Tja“, sagt Papa. Und trinkt einen Schluck Kaffee. „Das passiert schon mal im Sommer.“

„Im Sommer schon“, mault Felix. „Aber nicht heute, am allerschönsten Tag.“ Ärgerlich streicht er Marmelade auf sein Brot. Felix nimmt einen Happen. Er kaut und schluckt. "Hmm, Erdbeermarmelade. Schmeckt eigentlich auch sehr gut“, stellt er fest. Und stopft einen Riesenhappen in seinen Mund. Da passiert es. Ein Klecks Marmelade stürzt ab. Und landet mitten auf dem Dinosaurier. Ach, du Schreck. Das Lieblingsshirt. So ein Pech.

„Gib mal her“, fordert Mama. „Vielleicht kann ich den Fleck auswaschen.“

Felix zieht das Lieblingsshirt aus. Jetzt sitzt er im Unterhemd am Tisch. Auf Marmeladenbrot hat er keinen Appetit mehr. Es klingelt. Das muntert Felix wieder auf. „Oma und Opa kommen!“, weiß er. Felix flitzt zur Tür und macht auf. Da steht Opa. Ganz allein. Ohne Oma.

„Hallo Felix“, schmunzelt er. Und geht ins Wohnzimmer. „Wie siehst du denn aus? Willst du im Unterhemd zur Schule gehen?“

Felix schüttelt den Kopf. „Wo ist Oma?“, ruft er entgeistert. Auch Mama und Papa machen erstaunte Gesichter.

„Oma kümmert sich um unseren Hund Bello. Der hat etwas Falsches gefressen“, bedauert Opa.

„Ach herrje“, seufzen Mama und Papa.

Felix lässt den Kopf hängen. Bello krank. Und Einschulung ohne Oma! So eine Pleite!

Sei nicht traurig. Wenigstens hat es aufgehört zu regnen“, tröstet Opa .

Und Mama wedelt mit dem Lieblingsshirt. „Guck mal, der Fleck ist kaum mehr zu sehen.“

Papa wirft einen Blick auf die Uhr. „Auf geht`s“, sagt er. „Sonst kommen wir zu spät zur Einschulung.“

Felix muß noch Zähne putzen. Dann geht es los. Stolz trägt Felix seinen neuen Ranzen. Und die schwere Zuckertüte! Was da wohl drin ist? Ob die Beule dort vielleicht der Brontosaurus ist, den Felix sich so dringend wünscht? Felix mustert die Ausbeulung ganz genau. Und achtet nicht auf den Weg.

„Vorsicht“, ruft Mama. Doch zu spät. Felix stolpert und fällt hin. Mit der Zuckertüte und den Lieblingssachen. In eine Pfütze. Schnell hilft Papa Felix auf die Beine.

„Au weia!“, murmelt Opa.

Und Mama ruft besorgt: „Hast du dir weh getan?“

Felix schüttelt den Kopf. „Verdammter Misttag!“, schnieft er und zieht die Nase hoch. „Heute geht einfach alles schief. Meine schöne Zuckertüte und meine Lieblingssachen. Alles naß und dreckig!“

„Das kriegen wir schon wieder hin“, tröstet Papa.

„Wir müssen nach Hause“, weiß Mama. „ Felix braucht etwas Trockenes zum Anziehen.“

Und die Zuckertüte? Die ist ein Bild des Jammers. Felix mag gar nicht hinsehen. Niedergeschlagen trottet er hinter seiner Familie her.

Mama trägt die Zuckertüte. Ganz vorsichtig. Als ob sie ein rohes Ei wäre. Damit nicht noch mehr kaputt geht. Dabei ist da nichts mehr zu retten. Zu Hause bekommt Felix trockene Anziehsachen ohne Dinosaurier. Papa sieht auf die Armbanduhr.

„Das schaffen wir nicht mehr pünktlich, seufzt er.

“Geht ihr schon mal zur Schule“ schlägt Mama vor. „Ich hab hier noch zu tun“.

„Na gut“, nickt Papa und nimmt Felix fest an die Hand. Damit er nicht noch einmal hinfällt. Und Opa nimmt die andere Hand.

„Wie bei einem Baby“, findet Felix. Endlich kommen sie in der Schule an. Die Feier ist fast vorbei. Gerade werden die Klassen eingeteilt. Felix kommt in die 1c. Zu Frau Müller. Die sieht nett aus.

„Ich zeige Euch das Klassenzimmer“, lächelt sie. Und marschiert los.

Die Kinder folgen ihr. Sie kichern aufgeregt. Nur Felix nicht. Er nagt an seiner Unterlippe. Und schlurft lustlos mit. Einschulung ist blöd. Schule ist blöd. Und das Klassenzimmer bestimmt auch. Doch da täuscht Felix sich. Das Klassenzimmer sieht hell und freundlich aus. Felix bekommt sogar einen Platz am Fenster.

„Hallo, ich heiße Tim“, sagt der Junge neben ihm und strahlt Felix an.

„Und wer bist du?“ Aber Felix hat schlechte Laune.

„Geht dich gar nichts an“, zischt er unfreundlich. Und zieht seine Stirn in Falten. „Laß mich bloß in Ruhe“, sagt sein finsteres Gesicht“.

„Verstehe“, nickt Tim.

Von da an redet er nur noch mit dem Jungen auf seiner anderen Seite. Natürlich ganz leise. Denn eigentlich redet Frau Müller. Was sie sagt, bekommt Tim nicht mit. Weil er gar nicht zuhört. Sondern seinen finsteren Gedanken nachhängt. Plötzlich springen alle Kinder auf.

„Ist die Schule schon aus?“, staunt Felix.

„Für heute schon“, lächelt Frau Müller. „Jetzt gehst du zu deiner Familie. Die wartet schon im Hof auf dich.. Mit deiner Zuckertüte.“

„Wenn das wahr ist, fress` ich `nen Besen“, denkt Felix. „Mama und Oma sind nicht da . Bello ist krank. Und meine Zuckertüte ist kaputt.“ Lustlos stapft Felix ins Freie.

„Huhuu Feeeelix, hiiier sind wir.“

Felix traut seinen Ohren kaum. Das ist doch... Mamas Stimme. Das kann doch nicht ein. Oder doch? Aufgeregt sieht Felix sich um. Jetzt entdeckt er sie. Da steht sie. Zusammen mit Papa und Opa. In der Hand hält sie eine rote Zuckertüte. Trocken und heil. Nur ein bisschen verblichen.

„Herzlichen Glückwunsch zur Einschulung“, strahlt Mama. Und legt Felix die Zuckertüte in den Arm.

„Wie bist du so schnell hierher gekommen? Und wo hast du die Zuckertüte her?“, staunt Felix.

„Unsere Nachbarin hat mich gefahren. Und die Zuckertüte habe ich im Keller gefunden. Es ist meine. Mit der ich vor 30 Jahren eingeschult wurde. Jetzt gehört sie dir.“

„Das ist aber lieb, danke“, jubelt Felix. Und es kommt noch besser.

„Hat jemand meinen Enkel gesehen? Felix heißt er“, sagt eine energische Stimme.“

Aber das ist ja..Oma. Mit Hundekorb.

„Da bist du ja", sagt sie und drückt Felix an sich. "Herzlichen Glückwunsch“.

„Ist Bello wieder gesund?“, fragt Felix. Oma nickt. „Bello geht es wieder besser“, lacht sie. Da sind wir schnell hergefahren. Mit dem Fahrrad.

„Ach, wie herrlich.“ Die ganze Familie versammelt! Und eine Zuckertüte hat Felix auch. Alles ist genau so wie Frau Müller gesagt hat.

„Aber einen Besenstiel fresse ich deshalb nicht,“ lacht Felix.

„Du hast Ideen“, kichert Oma. Mach doch mal die Zuckertüte auf. Da ist bestimmt etwas Besseres drin als ein Besenstiel.

„Soll ich?“, fragt Felix.

„Klar“, nickt Mama. Sie hält die Tüte fest.

Felix zieht vorsichtig an der Schleife. Und bekommt runde Augen.

„Mein Brontosaurus“, strahlt er. „Und darunter meine Lieblingskekse. Und Schokoladenbonbons.“

Felix schnappt sich den Brontosaurus und tanzt aufgeregt herum.

„Der sieht aber schön aus.“ Es ist Timmi. Sein neuer Banknachbar. Er hat einen Triceratops in der Hand.

„Magst du auch Dinosaurier?“ staunt Felix.

Timmi nickt. „Und wie. Genau so gerne wie Gummibärchen.“ Timmi greift in seine Zuckertüte. Und hält Felix ein Bärchen unter die Nase. "Willst du?"

„Nur, wenn du einen Schokoladenbonbon von mir nimmst“, fordert Felix.

„Mach ich“, strahlt Timmi.

Gemeinsam plündern Felix und Timmi ihre Zuckertüten. Und dann spielen sie. Auf dem Hof mit den Dinosauriern. Während die Erwachsenen sich unterhalten.

„Wer hätte das gedacht“, lacht Felix glücklich. „Jetzt ist es doch noch der allerschönste Tag geworden.“


Dino

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