Rüpel auf großer Fahrt

Bewertung:  / 5
SchwachSuper 
Geschrieben von Kyra Pfeifer

Inhaltsangabe:

Ganz große Klasse! Auf den aufgeweckten Hund Rüpel wartet ein tolles Wochenende am Meer. Das bedeutet Spaß pur!

Wenn da bloß nicht das dumme Koffer-Packen wäre...


Die ganze Geschichte:

Endlich Wochenende! Zeit zum Spaß haben! „Wir fahren ans Meer“, verspricht Herr Krause deshalb seinem Hund Rüpel. „Da können wir picknicken, schwimmen, spielen und in der Sonne dösen. Das wird lustig!“

Rüpel freut sich sehr. „Wuff“, bellt er zustimmend und saust gleich los - in Richtung Auto. Schließlich ist es noch eine weite Fahrt bis zum Meer.

„Halt, halt,“ bremst Herr Krause.
„Wir müssen alles genau planen“, findet er. „Damit wir nichts vergessen.“

Das sieht Rüpel ein. Mit wehenden Ohren jagt er zurück ins Haus. Und holt sein Lieblingsspielzeug. Es ist ein alter Hausschuh. Ohne den fährt Rüpel nirgendwo hin. Weil man den Schlappen so schön apportieren und zernagen kann.

„Wau, wau“, bellt Rüpel. Und das heißt. „So, fertig. Es kann los gehen.“
 
Doch Herr Krause weiß es besser. Er schüttelt den Kopf. „Wir brauchen noch ein bisschen mehr Vorbereitung“, lacht er.  

Herr Krause legt die Stirn in Falten und überlegt sorgfältig, was er alles einpacken muss. Schließlich soll es Rüpel an nichts fehlen. Er soll es richtig gut haben am Meer. Herr Krause macht eine lange Liste. Dann öffnet den Kofferraum von seinem Auto und fängt an einzupacken:

Hundebox, Körbchen, Kissen, Napf, Futter, Kauknochen, Halsband und Leine.  Eine beheizbare Decke, falls es richtig kalt wird. Und eine leichte Decke, falls es nicht kalt, sondern nur kühl wird.
Eifrig läuft Herr Krause zwischen Auto und Haus hin und her.

Rüpel begleitet ihn. Er wird immer aufgeregter. Was für ein Abenteuer! Erwartungsvoll springt  Rüpel um sein Herrchen herum. Und bringt ihn zum Stolpern. Fast wäre der schwer beladene Herr Krause hingefallen. „Pass doch auf“, mahnt er deshalb. „Und hab ein wenig Geduld.“
 
Aber Rüpel will sich nicht gedulden. Er will Spaß haben. Schließlich ist doch Wochenende, oder?
Auffordernd hält er den abgenagten Hausschuh im Maul. Und lässt Herrn Krause nicht aus den Augen. „Lass uns spielen“, bettelt Rüpels Blick.
 
Doch Herr Krause hat nur Augen für andere Dinge. Er hat keine Zeit für Rüpel. Schließlich gibt noch so viel zu tun.

„Geh´ und spiel´ woanders“, sagt er deshalb.

Er wendet Rüpel den Rücken zu und packt immer mehr ein:
Ball, Frisbee-Scheibe, Spieltau, Apportierholz...
Herr Krause gerät ins Schwitzen. Es scheint kein Ende zu nehmen mit den nützlichen Sachen.
Es fehlen noch:
Bade-Poncho, Handtuch, Fell-Entwirrer, Bürste, Bürstenreiniger, Massagehandschuh, Shampoo, Lotion, Pflegeöl, Zahnpflege-Set.....

Bloß nichts vergessen. Allmählich wird es eng im Auto. Herr Krause braucht mehr Stauraum. Deshalb klappt er den Rücksitz um und packt weiter....

Nach einer halben Ewigkeit ist es geschafft. Der Laderaum ist so voll, dass nicht einmal ein Blatt Papier mehr hineinpasst. Herr Krause hat große Mühe, den Kofferraum zu schließen. Mit aller Kraft stemmt er die Heckklappe zu. Zu seiner Erleichterung rastet das Schloss ein.

„Na also, geht doch“, seufzt Herr Krause. Und wischt sich zufrieden den Schweiß von der Stirn. Da entdeckt er den Picknickkorb mit der großen Fleischwurst – gleich neben sich auf dem Bürgersteig. „Wo soll der bloß noch hin?“ Ratlos beäugt Herr Krause das überladene Auto. Da kommt ihm eine Idee. „Wir werden den Korb jetzt schon plündern“, beschließt er. Weil Packen durstig und hungrig macht. Sicherlich geht es Rüpel genauso.

„Komm, Rüpel“, murmelt Herr Krause deshalb und sieht sich nach seinem Hund um. „Wir machen Brotzeit.“

Doch Rüpel antwortet nicht. Er ist nicht mehr da.
Sicherlich ist er ganz in der Nähe. „Rüüüüpel, Rüüüüpel“, lockt Herr Krause deshalb seinen Hund heran.

Aber Rüpel erscheint nicht. Wo kann er bloß sein? Vielleicht im Haus? Oder unter der Treppe? Vielleicht im Keller? Oder im Garten hinter dem Haus?  Vielleicht in der Nachbarschaft? Herr Krause sieht überall nach.

Keine Spur von Rüpel! Ob er sich verlaufen hat?
Herr Krause beginnt sich Sorgen zu machen.
„Rüüüpel“, ruft er wieder und wieder. „Rüüüpel!“

Keine Antwort! Rüpel ist wie vom Erdboden verschluckt. Herr Krause fühlt sich richtig elend. Verzweifelt durchkämmt er die Umgebung auf der Suche nach seinem Hund.

Da klingelt sein Handy. Es ist Nachbarin Elli mit ihrer Familie.
„Wir sind mit den Fahrrädern zum nahen See gefahren“, sagt sie. „Rüpel muss uns gefolgt sein. Hoffentlich sind Sie nicht böse.“

Natürlich ist Herr Krause kein bisschen böse. Er ist unglaublich erleichtert. Schnell schnappt er sich den Picknickkorb und fährt er mit dem Rad zum nahen See. Tatsächlich. Dort ist Rüpel. Mitten im Badesee. Mit seinem Kau-Schlappen im Maul.

Als Rüpel sein Herrchen entdeckt, ist er begeistert. Mit großen Sprüngen jagt er auf Herrn Krause zu. Rüpels Fell ist pitschnass. Doch das ist ihm egal. Stürmisch begrüßt er sein Herrchen. Herr Kause bekommt dabei so viel Wasser ab, als ob er selbst im See gebadet hätte. Weil Rüpel so übermütig um sein Herrchen herumtobt, verliert Herr Krause auch noch das Gleichgewicht. Mitsamt seinem Picknickkorb fällt er in den Sand.

Der ist herrlich weich. Und ganz warm von der Sommersonne. Das ist angenehm. Herr Kause merkt erst jetzt, wie erschöpft er ist. Deshalb bleibt er mit Rüpel im Sand sitzen.

„Wau, wau“, bettelt Rüpel mit einem Blick auf die Fleischwurst. Da muss Herr Krause lachen.
„Klar, kannst du die Wurst haben“, nickt er.

Herr Krause nimmt sich selbst auch etwas. Das Essen schmeckt herrlich! Nach dem Picknick hat Herr Krause endlich Zeit, um mit Rüpel zu spielen. Rüpel apportiert den alten Hausschuh wieder und wieder. So lange bis auch er müde wird.

„Lass uns ein wenig ausruhen“, schlägt Herr Krause vor und legt sich in den Sand. Rüpel macht es genauso. Ihm fallen die Augen zu – genau wie Herrn Krause. In der Sonne lässt es sich herrlich dösen - ganz so, als ob sie am Meer wären und nicht am nahen Badesee.


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