Leseschlange Teil 2

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SchwachSuper 
Geschrieben von Livia Hoffmann

Schulschlange01Inhaltsangabe:

Noah sitzt in der Falle. Hinter Glas ist es alles andere als spannend. Außerdem ist er wieder ganz alleine. Nur die Besuche von Schulkind Nadine machen ihm Hoffnung. Ob sie helfen kann?.....


Die ganze Fortsetzung:

Noah war in einem Leinensack eingefangen worden. Noah hatte Angst. Was geschah mit ihm? Was dies sein Ende? 

"Warum bin ich nicht zu Hause geblieben", dachte Noah verzweifelt. "Dort war es sicher und schön."

Verzweifelt sehnte er sich nach seinen Geschwistern. Die würden wissen, was jetzt zu tun war. Doch sie waren nicht da. Noah war ganz allein in der Dunkeheit. Allein und ausgeliefert. Noah spürte, dass er angeboben wurde.

"Hilfe, ich werde geraubt", hämmerte es in Noahs Kopf.

Noah wurde hin- und hergeschaukelt. Angst würgte ihn. Seine Geschwister hatten ihn vor Raubtieren gewarnt. Hätte er doch auf seine Geschwister gehört und die Höhle nie verlassen. Noah krümmte sich zusammen und verbarg seinen Kopf tief in den Windungen seines Körpers. Die Dunkelheit, die er daheim in der Höhle mochte, war jetzt voller Gefahr. 

Nach einer Weile endete die Schaukelei und der Sack wurde mit einem Ruck umgestülpt. Bevor Noah es verhindern konnte, fiel er. Sein Sturz wurde von flaum-weichem Untergrund abgemildert. Doch freuen konnte Noah sich über die weiche Landung nicht. Denn er hatte einen üblen Verdacht: 

"Ein Raubtier hat mich in sein weiches Nest geschleppt und will mich an seine Jungen verfüttern. Was mache ich, um das zu verhindern?"

Da hatte Noah eine Idee. Er machte sich stock-steif und atmete so flach wie es nur ging.

" Vielleicht denken die Raubtiere, dass ich tot bin und finden mich nicht mehr lecker", hoffte er.

Und tatsächlich. Es klappte. Niemand näherte sich ihm. Nach einer halben Ewigkeit war immer noch nichts passiert. Angst und Übelkeit ließen bei Noah nach.

"Sind die hungrigen Raubtiere weg?", fragte sich Noah.

Behutsam entspannte er seinen Körper. Dann hob er seinen Kopf und züngelte, um zu riechen.

"Kein Feind in meiner Nähe", stellte er auf diese Weise fest. Stattdessen gab es außer dem weichen Boden noch Pflanzen und eine Schale mit köstlich frischem Wasser. 

Noah freute sich. Er schlängelte durch den weichen Boden und probierte von dem köstlichen Wasser. Doch nach einer Weile merkte er, dass seine neue Umgebung winzig war. Sie war begrenzt von hohen durchsichtigen Wänden.

"Vielleich kann ich sie überwinden", dachte Noah.

Mutig nahm er Anlauf und schlängelte geradewegs dagegen, prallte jedoch von der Wand ab.

"Aua, das tat weh."

Schon wieder brummte Noahs Kopf. Noah versuchte es noch mal. Und noch mal. Und noch viele weitere Male. Schließlich hatte er genug. Er sah ein, es war unmöglich, diese blöden durchsichtigen Wände zu überwinden. Er war von ihnen gefangen.

„Tut mir leid, Kleiner. Das ist Glas. Das kannst du nicht kaputt machen.“

Erst jetzt bemerkte Noah, dass ein Mädchen ihn durch die durchsichtige Wand betrachtete. Noah beäugte das Mädchen.

"Wie ein hungiges Raubtier sieht sie nicht aus", fand Noah nach einer Weile.

Das Mädchen sah freundlich aus. Es lächelte ihn soger an.

„ Du bist in einem Terrarium in unserer Schule", erläuterte das Mädchen. "Ich bin Nadine und werde mich um Dich kümmern. Weil ich Deine Patin bin, siehst Du?"

Stolz tippte Nadine auf einen Aufnäher an ihrem Pullover.

"Schlangenpatin" stand mit funkelnagelneuem Schriftzug darauf.

Dann fiel Nadine ein, dass Schlangen ja nicht hören können. Weil sie keine Ohren haben. Sie lachte verlegen.

"Hmm", murmelte sie. "Als erstes brauchst Du einen Namen. Wie soll ich dich nennen?"

"Max? Nein..... das passt nicht zu einer kleinen Schlange. „Lukas? Tobias? Moritz? Fabian? Leon?“

 Nadine fielen immer mehr Namen ein. Aber keiner schien zu ihrer Schlange zu passen. Ratlos äugte Nadine ins Terrarium.

"Vielleicht fällt mir etwas ein, wenn ich meine Schlange nur lange genug betrachte", hoffte sie. 

Während Nadine weiter Namen aufzählte, schüttelte Noah den Kopf, um sein Schädelbrummen loszuwerden. Wieder und wieder schüttelte er den Kopf.

Nadine musste lachen. "Sieht fast so aus, als ob Du keinen der Namen leiden könntest", lächelte sie.

Nadine riet und riet aber kam einfach nicht auf Noahs Namen.

Angestrengt überlegte Noah. Irgendwie musste er doch mit Nadine reden können? Er blickte sich um.  Eine Schale mit  Trockenfutter stand ganz in seiner Nähe. Buchstaben?! Noah hatte eine Idee. Er schlängelte zu der Futterschale und begann zu basteln. Es war jedoch schwieriger als gedacht, Buchstaben mit dem Futter zu legen. Endlich war es geschafft. Fragend blickte Noah Nadine an.

Der war die Verblüffung deutlich anzusehen. Aufgeregt deutete sie mir dem Finger auf die Futterbuchstaben.

„Noah“, las sie zu ihrem eigenen Erstaunen und formte das Wort gut sichtbar mit ihren Lippen.

Ausgelassen vor Freude, dass Nadine ihn verstanden hatte und seinen Futter-Buchstaben hatte lesen können, schrieb Noah:

„ Hallo Nadine!“

„Hallo Noah“, erwiederten Nadine.

„Was wolltest Du in der Schule?“, wollte Nadine von Noah wissen.

„Lernen“, antwortete Noah auf Nadines Frage. Es klappte immer besser, aus dem Futter Buchstaben zu schreiben. Eine ganze Weile ging es so weiter. Noah und Nadine verstanden sich gut und langsam wurden sie Freunde, richtig gute Freunde. Doch auch wenn Nadine die Zeit hinter dem Glas für Noah erträglicher machte, fehlten Noah seinen Freiheit, seine Geschwister und auch der Unterricht. Noah wurde trauriger und trauriger und vertraute sich schließlich Nadine an.

„Was ist los, Noah?“ ,formten ihre Lippen die besorgte Frage?

„Ich vermisse alles, was ich hatte!“, ließ Noah Nadine wissen.

Gerade als Noah Nadine alles erzählt hatte, gongte es zur nächsten Stunde. Nadine musste in den Unterricht gehen. Neidisch schaute Noah ihr nach. Er begann sich allein und verlassen zu fühlen. Er rollte sich zusammen und schlief ein.

Lautes Geschepper weckte Noah. Ein Klopfen, Ächzen. Verschlafen öffnete Noah seine Augen und erblickte Nadine. Es war dunkel draußen. Nadine hatte einen Schlüssel in der Hand. Sie hob Noah aus dem Terrarium. Die Freiheit war zum Greifen nahe. Nadine hastete mit Noah in der Hand zum Ausgang. Doch es war bereits zu spät. Sie waren entdeckt worden. Ein Mann kam ihnen entgegen. Es war der Hausmeister. Sein Gesichtsausdruck verriet nichts Gutes. Er sah wütend aus.

Erschrocken wich Nadine zurück. Verzweifelt blickte sie sich um. Eine Treppe war in ihrer Reichweite. Mit zwei großen Schritten hatte sie die Treppe erreicht und rannte sie hoch. Keuchend bleib sie stehen. Das Licht ging an.

Geblendet musste Noah die Augen schließen. Auf einmal spürte er, dass Nadine stolperte. Nadines Hand öffnete sich. Sie hielt Noah nicht mehr länger fest. Mit einem harten Aufprall knallte Noah auf dem Boden. Hastig schlängelte er in eine Nische, um sich zu verstecken. Leider bot die Nische nur Platz  für eine kleine Schlange, nicht für ein Mädchen. Daher wurde Nadine vom Hausmeister eingeholt und zur Rede gestellt.

Der Hausmeister war erschreckt und wütend. Er hatte geglaubt, Einbrecher seien in der Schule. Endlich, als er sich überzeugt hatte, dass nichts gestohlen war, ließ er Nadine gehen.

Zum Glück hatte der Hausmeister Noahs Fehlen im Terrarium nicht bemerkt.

Heimlich folgte Noah dem beiden zum Ausgang. Am Schultor schärfte der Hausmeister Nadine ein, sofort nach Hause zu gehen. Das gab Noah die Gelegenheit, unbemerkt aus der Schule zu schlüpfen. Außerhalb der Schule und dem Blickfeld des strengen Hausmeisters fing Nadine an zu weinen.

Noah schlängelte zu ihr. Sobald er Nadine berührte, blickte sie auf.

„Noah, ich habe schon gedacht, ich hätte dich verloren. ... Oh, ich habe mir solche Sorgen gemacht", schluchzte Nadine. 

Nadine nahm Noah behutsam auf und ging mit ihm zu sich nach Hause. Nachdem Noah die Erlaubnis seiner Familie eingeholt hatte, blieb er bei Nadine wohnen.

Nadines Einbruch in der Schule blieb aber nicht ungestraft. Sie wurde von ihrer Lehrerin zum Nachsitzen verdonnert und sollte dort besonders schwere Schulaufgaben lösen.

Noah fand das ungerecht. Schließlich hatte Nadine ihm nur helfen wollen. "Dafür sollte Nadine nicht bestraft werden", fand er.

"Lass uns zusammen in die Schule gehen", schlug Noah vor. "Gemeinsam können wir die Aufgaben viel besser lösen."

Doch Nadine wollte davon nichts wissen. "Zurück in die Schule? Damit du dort wieder in einem Terrarium landest? "

Doch Noah setzte sich durch. Gemeinsam war die Aufgabe schnell gelöst.

Plötzlich kam Nadines Lehrerin herein. Erschrocken blickte sie auf die Schlange neben Nadine.

Da fasste sich Nadine ein Herz. Sie erzählte der Lehrerin von Noahs Klugheit und seinem Wunsch, am Unterricht teilnehmen zu dürfen.

Die Lehrerin staunte sehr über Noah und freute sich über seinen Wunsch zu lernen. Daher beschloss sie, sich für Noah einzusetzen. Sie führte viele Gesprächen mit dem Direktor und den Elternvertretern.

Schließlich bekam Noah die Erlaubnis, in die Schule zu gehen. Noah und Nadine wurden unzertrenlich. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann gehen sie noch heute zur Schule.