Teddy Baer kaputt mini

 

Alisa ist Kummer gewohnt. Ihrem Bruder Mattis ist nur das Schlimmste zuzutrauen. Ständig heckt er etwas aus, um seine kleine Schwester zu ärgern. Doch jetzt hat er es ausgerechnet auf Alisas Plüschbären Theo abgesehen. Das geht eindeutig zu weit.

 

 


Die ganze Geschichte:

  

   „Mattis hat ‘ne Macke!“, weiß Alisa aus Erfahrung. „Dem ist nicht zu trauen“. Und das, obwohl er Alisas großer Bruder ist. Oder gerade deswegen. Ständig heckt Mattis etwas aus. Seit Tagen treibt er sich in Alisas Zimmer herum.

   „Verschwinde!“, zischt Alisa misstrauisch.

   Doch Mattis lässt sich nicht verscheuchen. „Ich mach‘ doch gar nichts!“, erwidert er mit Unschuldsmiene. Dabei wippt er mit den Füßen. Wie immer, wenn er etwas vorhat. Mattis lässt seine Beute nicht aus den Augen. Er hat es ausgerechnet auf Teddybär Theo abgesehen, ohne den Alisa nicht einschlafen kann. Wie ein Raubtier umkreist Mattis den wehrlosen Teddy.

   „Lass Theo in Ruhe, sonst kannst du was erleben!“ droht Alisa.

   Mattis zuckt die Schultern. Von seiner kleinen Schwester er sich nichts verbieten. Im Gegenteil! Dreist angelt er nach dem Schmusebären.

   „Ganz schön kaputt“, stichelt er und streicht respektlos über den morschen Teddy.

   „Das geht dich nichts an!“, faucht Alisa und eilt ihrem Bären zu Hilfe. Um ihn in Sicherheit zu bringen, bevor Mattis ihm etwas antut. Mit einem Ruck will Alisa den Teddy aus dem Griff ihres Bruders befreien.

   Mattis weicht zurück, ohne Theo loszulassen.

   „Rrrratsch!“, macht es, als das Undenkbare passiert und der Teddy in zwei Teile reißt. Alisa hält Theos Kopf in der Hand. Und ihr Bruder den Rumpf des Bären. Selbst Mattis sieht erschrocken aus.

   Fassungslos lässt Alisa den Kopf ihres geliebten Bären fallen. „Hau ab, ich will Dich nie wiedersehen!“, brüllt sie Mattis an. Tränen schießen ihr in die Augen. Alina wirft sich aufs Bett und vergräbt ihr Gesicht im Kissen. „Mattis ist der schlimmste Bruder auf der Welt“, denkt sie voll Groll. Als sie den Kopf anhebt, ist Mattis verschwunden. Alisa wischt sich die Tränen aus den Augen. „Dem zahle ich`s heim“, beschließt sie.

   Auf Zehenspitzen schleicht sie in das Zimmer ihres Bruders. Die Luft ist rein. Mattis ist ausgeflogen und treibt irgendwo anders sein Unwesen. Alisas sieht sich um. Ihr Blick fällt auf das Sammelalbum, auf das Mattis so stolz ist. „Das ist es!“, denkt Alisa böse. „Rrrratsch!“, macht es, als Alisa das Heft in zwei Teile reißt. „Das hat Mattis jetzt davon!“ Ein bisschen mulmig ist Alisa schon zumute. Eilig huscht sie zurück in ihr Zimmer.

   Was sie dort sieht, treibt ihr das Blut in die Wangen. Da sitzt Teddy Theo. Mit nagelneuem Pulli.

   „Überraschung!“, grinst der schlimmste Bruder der Welt. „In der Schule hatten wir Sticken. Darum habe ich für Deinem Teddy einen Pulli gestrickt. Den Kopf habe ich auch wieder angenäht.“

(414 Wörter)

Ende der Geschichte:

   Mattis seufzt: „Es war ganz schön schwer, das vor Dir geheim zu halten, weil du Theo nie aus den Augen lässt.“

…Alisa schluckt. „Warst Du deshalb so oft in meinem Zimmer?“, stottert sie.

   „Na klar“, nickt Mattis. „Ich musste ja Maß nehmen, damit der Pulli passt.

   Alisa schaut betreten zu Boden. Ihr ist ganz elend zumute. Sie mag sich kaum ausmalen, wie Mattis auf sein kaputtes Album reagieren wird. Sie macht auf dem Absatz kehrt und saust zurück in das Zimmer ihres Bruders. Hastig versucht sie das zerrissene Heft zusammenzukleben. Dabei stößt sie seine Trinkflasche um. „Platsch!“, macht es, als sich das Wasser auf das Album ergießt. Auch das noch!! Alisa starrt erschrocken auf das zerstörte Heft. Da tritt Mattis hinzu. Sicherlich ist er stocksauer!

   „Es tut mir so leid“, stammelt Alisa und traut sich kaum ihren Bruder anzusehen.

   Doch ihr Bruder zuckt die Schultern. „Halb so schlimm“, soll das heißen. „Das war nur das zweite Album - mit den doppelten Bildern“, tröstet er. „Das andere liegt im Schrank.“ Und dann stahlt er Alisa an, der großmütigste und beste Bruder auf der ganzen Welt.

(insgesamt 596 Wörter)

 

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