Zahlengeist dumm mini

 

 

Dem Himmel sei Dank! Leo hat das große Los gezogen. In seinem Zimmer lebt nämlich ein waschechter Zahlengeist.

Der ist sicherlich eine Riesenhilfe bei den Hausaufgaben. Oder nicht?

 

 


Die ganze Geschichte:

  

    Leo sitzt in seinem Zimmer und brütet über den Hausaufgaben. „Ich wünschte, jemand würde mir helfen“, seufzt er. Sehnsüchtig schaut er aus dem Fenster. Draußen scheint die Sonne. Bestes Fußballwetter! Aber es hilft nichts. Erst ist Mathe dran.

   Als sich Leo erneut seinem Heft zuwendet, staunt er nicht schlecht. Wie von Geisterhand stehen die Rechenergebnisse da. Nur alle falsch. Wie kann das sein?

   Leo fühlt einen eisigen Atem in seinem Nacken. Er wirbelt herum und entdeckt mitten in seinem Zimmer…. ein leibhaftiges Gespenst! Bekleckert mit Tinte.

   „Hau ab!“, fordert das es frech. „Das sind MEINE Hausaufgaben!“

   So viel Dreistigkeit verschlägt Leo dem Atem. Mit offenem Mund starrt er die Spukgestalt an.

   Doch das Gespenst hat noch mehr auf Lager. „Außerdem ist das MEIN Zimmer!“, ergänzt es unverschämt.

   Da findet Leo seine Sprache wieder. „Bei Dir piept’s wohl“, protestiert er. „ICH wohne hier seit acht Jahren.

   Das Gespenst lacht hämisch. „Und ICH seit sechstausend Jahren“, erwidert es.

   „Sechstausend Jahre“, wiederholt Leo verächtlich - und tippt sich an die Stirn. „So lange gibt es nicht mal die Pyramiden.“

   „Logisch“, antwortet der Geist. „Ich bin viiiiel älter als die Pyramiden.“

   Leo macht große Augen. Das Gespenst wirkt kein bisschen vergreist, sondern kindlich. Aber vielleicht täuscht das. Man kann nie wissen bei Geistern. „Wie alt bist du denn?“, fragt Leo deshalb vorsichtig.

   „Ich bin schon acht“, sagt das Gespenst stolz und reckt sich in die Höhe, um besonders groß zu wirken.

   Leo stutzt. Mit Zahlen kennt er sich aus. „Acht Jahre ist keinesfalls älter als sechstausend Jahre“, weiß er. Das Gespenst kommt ihm immer seltsamer vor.

   Leo hält die rechte Hand hoch. Wie viele Finger zeige ich, fragt er.

   „Dreißig!“, antwortet das Gespenst wie aus der Pistole geschossen.

   Leo klappt zwei Finger ein. Und wie viele Finger zeige ich jetzt?

   „Das ist leicht“, prahlt das Gespenst. „Fünfundvierzig!“

   Leo muss lachen. „Du bist ja ein echter Zahlenkünstler!“, gluckst er.

   „Viel besser!“, belehrt ihn das Gespenst. „Ich bin ein Genie…. nur ohne Rechenaufgaben. Weil es keine Gespensterschulen gibt.“

   Auf einmal sieht das Gespenst nicht mehr frech aus, sondern traurig. „Ich habe einen Vorschlag“, sagt Leo deshalb: „Wir teilen uns das Zimmer. Dann kannst gemeinsam mit mir rechnen.“

   „Einverstanden“, ruft das Gespenst.

   „Wir fangen sofort an“, entscheidet Leo. Er nimmt ein leeres Blatt, schreibt eine eins darauf und schiebt es zu seinem neuen Freund. Dann drückt er dem Gespenst den Füller in die Hand.

   „1,1,1“…. schreibt es eifrig und strahlt übers ganze Gesicht.

(410 Wörter)

 

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